Gepade Polstermöbel GmbH
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Pressemitteilung


Delbrück, 04. März 2014

150 Gepade-Jobs vor Rettung

Der Polstermöbelhersteller Gepade in Delbrück steht offenbar vor der Rettung. Investoren aus Bayern wollen das Unternehmen mit seinen derzeit noch 150 Mitarbeitern übernehmen. Auch der Standort Delbrück bleibt erhalten. Die Gepade Pamme GmbH & Co. KG mit 125-jähriger Tradition hatte im Oktober Insolvenz angemeldet.

Ausgerechnet am Rosenmontag teilte Insolvenzverwalter Martin Schmidt von der Kanzlei »Schultze & Braun« (Hannover) gestern die gute Nachricht mit, dass Gepade in Delbrück eine Zukunft habe. Zuletzt haben sich offenbar zwei Investoren um eine GepadeÜbernahme bemüht. Die Gläubiger hätten beide Angebote zur Übernahme des insolventen Polstermöbelherstellers geprüft und sich für die »Solvesta GmbH« entschieden, sagte der Insolvenzverwalter. Hinter Solvesta aus dem bayrischen Germering (bei München) stünden finanzkräftige Investoren. Solvesta sei Spezialist, insolvente Unternehmen wie Gepade in Delbrück zu übernehmen und zu erhalten, also nicht zu zerschlagen. Die Investoren, die hinter Solvesta mit Geschäftsführer Dr. Patrik Fahlenbach (43) stünden, verfügten nachweislich über die finanziellen Mittel zur Übernahme von Gepade. Welchen Kaufpreis Solvesta bietet, wird nicht genannt.


Nach dem Signal aus dem Gläubiger- Kreis will Insolvenzverwalter Schmidt mit Solvesta über die Gepade-Übernahme verhandeln. Schmidt geht davon aus, dass die Übernahme bis spätestens Ende März abgeschlossen werden könne. In den meisten und wichtigsten Punkten bestehe bereits Einigkeit. Dr. Patrik Fahlenbach (43), bestätigte gestern, dass er dem Insolvenzverwalter ein Angebot unterbreitet habe, das von den wichtigsten Gläubigern bereits akzeptiert worden sei. Sein Engagement bei Gepade sei auf Dauer angelegt. Fahlenbach verfügt nach eigenen Angaben über Erfahrung nicht nur bei der Restrukturierung mittelständischer Unternehmen, sondern auch in der Möbelbranche: Der Urgroßvater mütterlicherseits betrieb bereits einen Möbelhandel. »Ich bin mir sicher, dass die geplante Übernahme durch Solvesta eine gute und zukunftsorientierte Lösung für Gepade darstellt«, hofft Rechtsanwalt Martin Schmidt.


Die Zahlungsunfähigkeit des Polstermöbelherstellers hatte im Oktober für einen Schock in Delbrück gesorgt, zumal wenige Tage zuvor Firmenchef Hans-Georg Pamme und sein Sohn Pascal nach einer Hausmesse noch positive Aufwärtstendenzen für das 1887 gegründete Unternehmen mitgeteilt hatte Zu diesem Zeitpunkt zählte Gepade 250 Mitarbeiter, davor etwa 400. Inzwischen haben 105 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen. Auch Geschäftsführer Hans-Georg Pamme verließ den Betrieb. Im Dezember waren Frank Güttgemanns und Daniela Puls zu Gepade zurückgekehrt, die ein Jahr zuvor aus dem Unternehmen ausgeschieden waren. Es hatte offenbar unterschiedliche Auffassungen mit den Inhabern über die künftige strategische Ausrichtung und den Vertrieb gegeben. Insolvenzverwalter Schmidt nannte die Rückkehr der beiden Manager ein starkes Signal für Gepade. Fahlenbach kündigte gestern auch an, das Gepade bereits auf der Möbelmesse IMM Cologne 2015 eine neue Kollektion vorstellen werde. Gepade, das bereits in der vierten und fünften Generation geführt wurde, stellt Polstermöbel des mittleren und gehobenen Preissegments her. Die Turbulenzen hatte das Unternehmen im Oktober auch mit Schwierigkeiten begründet, hochwertige Wohnmöbel am Markt verkaufen zu können. Wie auch andere Unternehmen in der Möbelbranche machten ihm mehr und mehr Billig-Lohnkosten im Ausland zu schaffen. So könnten im Ausland Möbel billiger produziert werden. Das Gepade-Werk am Jüdendamm umfasst in Delbrück ein Areal von rund 55 000 Quadratmetern.
[Westfalen-Blatt, Ausgabe vom 04. März 2014]



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