Gepade Polstermöbel GmbH
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Pressemitteilung


Delbrück, 04. April 2014

“Bloß noch eine Formalie„

Exakt zum Ende des gesteckten Zeitrahmens hat Insolvenzverwalter Martin Schmidt am späten Abend des 31. März die Assets des Delbrücker Polstermöblers Gepade an den Finanzinvestor Solvesta GmbH, Germering, verkauft. Fehlt nur noch das formelle Go vom Gläubigerausschuss, der aber bereits im Vorfeld seine Zustimmung gegeben hatte.

Solvesta will alle verbliebenen 150 Gepade-Mitarbeiter übernehmen. Die Geschäftsführung wollen sich zunächst Solvesta-Gründer Dr. Patrik Fahlenbach und sein Kollege Christian Solfronk teilen, die sich jetzt jeweils drei Tage pro Woche nach Ostwestfalen bewegen müssen. Nach Ablauf des ersten Geschäftsjahres wird dann voraussichtlich ein neuer Geschäftsführer bestellt. Als Vertriebsleiter ist seit Anfang Februar bekanntlich Frank Güttgemanns unterwegs.


Wie lange das Engagement des Finanzinvestors dauern wird? Fahlenbach: „Wir werden nach der 80/20-Regel vorgehen. Für den Feinschliff ist dann ein anderer zuständig.“ Eine exakte Zeitvorstellung hat er da nicht. Für Solvesta ist Gepade nicht nur das erste Investment in der Möbelbranche, sondern das erste überhaupt. Das junge Unternehmen gibt es erst seit ein paar Monaten, es will sich klar auf Insolvenzfälle spezialisieren. Vor Solvesta war Fahlenbach mehrere Jahre bei der Münchner Private Equity-Gesellschaft Adcuram, die seit Jahren beim Möbelmaschinenbauer IMA investiert ist. Bei dem hat auch Fahlenbach mal ein paar Monate mitgemischt.


Zur Möbelbranche hat er außerdem verwandtschaftliche Beziehungen. In der Jugend hat er im Möbelhaus seiner Familie ausgeholfen, sein Onkel hat nach wie vor in der Branche zu tun. Ähnlich ist es bei einem der beiden Finanziers. Diese familiäre Vorbelastung hätte im letzten Sommer fast dazu geführt, dass nicht Gepade, sondern Elastoform das erste Solvesta- Investment geworden wäre. Damals spielte der Betriebsrat nicht mit, und der Insolvenzverwalter war nicht bereit, das Geschäft nach der Insolvenzeröffnung noch auf seine eigene Kappe zu nehmen. Der Ausgang ist bekannt. Bei Gepade lief das anders, erzählt Fahlenbach. Durch den Abbau von 105 Stellen zur Insolvenzeröffnung am 1. Dezember war der Polstermöbler zumindest bei einer schwarzen Nulllinie angekommen, so dass Martin Schmidt das Risiko eingehen konnte.


Dafür, dass es bei dieser schwarzen Null nicht bleibt, muss das Team um Fahlenbach auf jeden Fall einiges tun. In einem Markt, in dem auch andere wie Frommholz und Puhlmann zu kämpfen haben, so durchzustarten, dass schließlich noch ein Exit mit Gewinn möglich ist, dürfte eine – vorsichtig formuliert – recht anspruchsvolle Aufgabe sein. Da ist zum einen mal die gemessen an der aktuellen Betriebsgröße reichlich überdimensionierte Immobilie, die ausgelastet werden muss. Die Flächen sollen vermietet werden, an eine Spedition vielleicht. Recht vage hat Solvesta auch noch eine andere Investition im Auge. Wenn das was würde, könnte auf den leerstehenden Flächen in Zukunft wieder Produktion stattfinden.
[Inside, Heft 943, Ausgabe vom 04.04.2014, Seite 7]



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